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(Quelle: sons-of.de)

Storyboard richtig erstellen & zeichnen

Keine große Kino- oder TV-Produktion kommt ohne ein Drehbuch, den Regisseur oder den Sound-Designer aus. Ebenso wenig kann auf ein gut durchdachtes Storyboard verzichtet werden. Und was ist mit kleineren Filmprojekten, wie Imagefilmen, Dokumentarfilmen oder Erklärvideos?

Welche Vorteile bringt einem ein Storyboard?

Ein Storyboard hilft einem dabei den Film zu visualisieren, noch bevor die erste Klappe dafür gefallen ist. Dank Storyboard bekommen alle an der Produktion beteiligten bereits wortwörtlich ein Bild von dem Großen und Ganzen, an dem alle gemeinsam mitarbeiten. Für Auftraggeber, Co-Produzenten oder Investoren ist es darüber hinaus oftmals hilfreich, wenn sie sich mit Hilfe eines Storyboards bereits eine genaue Vorstellung des Projektes machen können. Außerdem kann an Hand der Visualisierung der einzelnen Bilder und Einstellungen bereits künstlerische oder dramaturgische Fehler erkannt werden, noch bevor der Film produziert wird.

Wie ausführlich dabei das Storyboard gestaltet ist, kann ganz unterschiedlich aussehen. Entweder werden verschiedene Szenen in einem Bild zusammengefasst oder man bebildert etwas bereits jede einzelne Kameraeinstellung. Dabei kommt es nicht auf die Ausarbeitung einzelner Details oder die verwendeten Mittel, sondern viel mehr auf die Vermittlung der Inhalte an. Um ein Storyboard anzufertigen muss man also kein Künstler oder Designer sein. Wichtig ist, dass man an Hand des Storyboards den Aufbau der aufeinanderfolgenden Szenen verstehen kann aus denen sich am Ende der Film ergibt.

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Wann ist ein Storyboard angebracht?

Ab wann ein Storyboard für die Umsetzung eines Filmes sinnvoll oder sogar notwendig wird, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Generell lässt sich jedoch sagen, dass es umso mehr Sinn macht, je aufwendiger der Film ist. Große Werbefilmproduktionen für Kino oder TV oder auch aufwendige Imagefilme sind gemeint, für deren Umsetzung meist ein großes Team sowie ein größeres Budget notwendig sind. Solche Produktionen ziehen große Vorteile aus der Arbeit mit einem Storyboard. Das Produktionsteam kann sich genau auf die Arbeit am Set vorbereiten und der Auftraggeber weiß genau welchen Film er am Ende geliefert bekommt.

Neben der Größe der Produktion kann auch ein spektakuläres und extrem künstlerisches Konzept ausschlaggebend für die Verwendung eines Storyboards sein. Musikvideos sind zum Beispiel Produktionen, bei denen die Produzenten viele Freiräume in der Gestaltung und Umsetzung des Filmes haben. Auch wenn das Storyboard in nur wenigen Bildern versucht die Idee zu umreißen, kann das extrem hilfreich sein um eine genaue Vision zu vermitteln. Das gilt natürlich genauso für ein Erklärvideo. Kunden, die sich nicht täglich mit dem Bewegtbild auseinandersetzen, haben manchmal Schwierigkeiten die Umsetzung eines künstlerischen Konzeptes nachzuvollziehen- mit Hilfe des Storyboards kann auch Missverständnissen vorgebeugt werden.

Auf der anderen Seite gilt jedoch auch- je kleiner das Budget und das Konzept des Filmes ist, desto weniger muss man sich mit einem Storyboard auseinandersetzen. Dokumentarische Projekte zum Beispiel, die vor allem von ihrer Spontanität, Improvisationen und manchmal auch Zufällen leben, sollte man nicht in das Korsett von festgelegten Bildern quetschen. Es empfiehlt sich bei jedem Projekt erneut zu schauen, ob ein Storyboard wirklich notwendig und hilfreich wäre, oder nicht.

Darauf sollte man beim Erstellen eines Storyboards achten

Folgendes Video ist super hilfreich, wenn du dich für Storyboards interessiert, aber noch nie eines erstellt hast:

Sicher lassen sich auch Filme auch ohne Storyboard produzieren, doch manchmal macht ein Storyboard eben genau den Unterschied zwischen irgendeinem und einem guten Film aus. Hier nochmal alle Gründe kurz zusammengefasst, die generell für ein Storyboard sprechen:

Um ein Storyboard zu zeichnen muss man kein großer Künstler sein, eigentlich kann das jeder. Dabei ist kommt es auch nicht darauf an ob man es per Hand zeichnet oder digital erstellt- wichtig ist nur, dass die Idee des Filmes nachvollziehbar wird. Denn ein Storyboard dient nicht nur dem kreativen Kopf dahinter die Idee zu visualisieren, sondern auch dem Produktionsteam und dem Kunden die Vision nahezubringen.

Die folgenden 4 kleinen Fragen sind dabei hilfreich:

Welche Bildgröße will ich verwenden?

Wenn man weiß welche Bildgröße der Film haben soll, sollte auch das Storyboard bereit damit arbeiten. Damit sind vor allem die Seitenverhältnisse gemeint. Du denkst bei deinem Film an ein Breitbildformat? Dann solltest du auch die einzelnen Bilder bereits in dem Format (2,35:1) anfertigen. Wenn du das TV-übliche 16:9 Verhältnis anstrebst, dann verwende auch das in deinem Storyboard.

Aller Anfang ist schwer?

Einen guten Einstieg für deinen Film zu finden, ist sicher eine Herausforderung, aber unheimlich wichtig. Versuch auch mit deinem Storyboard am Anfang der Story oder zumindest mit einer Anfangsszene zu beginnen. Ein konkreter Startpunkt von dem aus sich die Story entwickelt ist dabei als erstes Bild ratsam. Von da aus kannst du die einzelnen Einstellungen überlegen über die sich die Szene erzählen soll. Willst du mit einer Totalen beginne, oder doch lieber mit einer nahen Einstellung? Wo beginnt deine Geschichte überhaupt? Wenn du zuerst ein Bild im Kopf entwickelst, lässt sich nicht nur das Storyboard besser zeichnen, du sparst dir auch eine Menge Zeit.

Welche Kamerabewegungen will ich einbauen?

Über die Bewegung der Kamera kann ein Bild unterschiedliche Dinge erzählen. Übliche Kamerabewegungen sind zum Beispiel Sliden oder Schwenken. In deinem Storyboard kannst du mit Hilfe von Pfeilen diese Kamerabewegungen andeuten und deine Bilder werden bereits ein wenig lebendiger. Dabei sollte das erste Bild die Ausgangposition der Kamera zeigen und die Pfeile stehen für die Richtung, in die sich die Kamera bewegt. Mit einem zweiten Bild kannst du die Endposition der Kamera festlegen. Somit kannst du eine komplette Szene, von der ersten bis zur letzten Kamerabewegung, im Storyboard festhalten.

Gibt es Text in meinem Film?

Wenn dein Film Monologe oder Dialoge enthält, solltest du diese in dein Storyboard einbauen. Doch ein Film besteht aus mehr als nur aus Bildern und Texten. Jede für das Bild relevante Information kann auch schon im Storyboard ergänz werden, um die Handlung und den dramaturgischen Verlauf für Außenstehende besser nachvollziehbar zu machen. Lasse deswegen keine wichtige Information aus.

Mit diesen Tipps solltest du nun alles Nötige wissen, um mit deinem eigenen Storyboard loszulegen. Es braucht ein bisschen Übung und Erfahrung, um seinen eigenen Stil zu entwickeln und herauszufinden mit welcher Technik man das Beste Storyboard für sich und sein Team entwickelt.

Zusammenfassung

Auf dem Weg von einer Idee zum fertigen Film ist ein Storyboard sehr hilfreich um die eigenen Ideen zu vermitteln und der Konzeption den letzten Schliff zu geben. Man sollte darauf achten, dass die Gesamtidee zur Geltung kommt und durch die Bilder leicht verständlich ist. Auch wenn ein Storyboard kein Kunstwerk sein muss, steckt viel Arbeit darin, darum sollte man bei jedem Projekt abwägen, ob der Aufwand dem Budget angemessen ist.

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